Kreuzschlagen

Das Ritual des Kreuzschlagens ist bereits sehr alt. Wenngleich es in der Bibel nicht erwähnt ist, wird es für uns doch schon im 4. Jh. greifbar: Athanasius von Alexandria etwa nennt das Kreuzschlagen bereits zu seiner Zeit einen „uralten Brauch“ und Cyrill von Jerusalem beschreibt, wie man mit dem Kreuz Menschen und Gegenstände „besiegelte“. Das Kreuzzeichen hat also Christen der ganzen Kirchengeschichte überall in ihrem Alltag begleitet.

Kreuz schlagen

Kreuz schlagen

Über die Jahrhunderte hinweg haben sich verschiedene Arten, das Kreuz zu schlagen, herausgebildet. Beim so genannten „großen Kreuzzeichen“ berührt man in unseren Längengraden mit den Fingern zuerst die Stirn, dann den Bauch, folgend die linke Schulter und schließlich die rechte. Aus der ostkirchlichen Tradition entstammt es, dies mit den drei Fingern Daumen, Zeige- und Mittelfinger zu tun als Symbol für die Dreifaltigkeit Gottes.

Das Kreuzschlagen wurde als Schutzzeichen und als Segenszeichen aufgefasst. So wurde alles – das Brot, der Becher oder ebenso ein Mensch – als Christus zugehörig gekennzeichnet. Nun ist das Kreuz aber auch das Zeichen des leidenden und auferstandenen Christus – es ist das Zeichen von Gottes Liebe für diese Welt. Indem wir ein Kreuz schlagen, können wir Gottes Liebe in die Gegensätze des menschlichen Lebens einzeichnen: In unser Denken und Planen – wir berühren unsere Stirn, in unser Fühlen und Getriebensein – wir berühren den Bauch, in unser unbewusstes und bewusstes Handeln – linke und rechte Schulter.

Probieren Sie es einmal aus: Schlagen Sie ein Kreuz und bedenken Sie die Gegensätze Ihres Lebens im Zeichen der Liebe. Schlagen Sie es noch einmal und kennzeichnen Sie bewusst alle Bereiche Ihres Daseins als Gott zugehörig und bitten Sie darum, dass Christus diese prägen möge. Vom Kreuz her, dem Zeichen, das Christen besonders in der vorösterlichen Zeit begleitet, können Sie ihren Alltag so neu überdenken und ausrichten.

sgd