Hände geöffnet

Mit unseren Händen können wir unserer Seele am besten Ausdruck verleihen. Wir können mit ihnen offen oder verschlossen, einfühlend oder hart, beschützend oder sanft sein. Die Gestik der Hände ist daher besonders bedeutsam. In der Bibel sind „Gebet“ und „die Hände erheben“ identisch. Auch später in der frühchristlichen Tradition wird das Händeerheben weiter geführt und findet sich bei Autoren wie Tertullian oder Origines als die Gebetshaltung schlechthin.

Hände geöffnet

Hände geöffnet

Mit den Händen lassen sich viele Gesten formen. Bei einer dieser Haltungen formt man die geöffneten Handflächen zu einer Schale. Die geöffneten Hände zeigen Offenheit und Hingabe. Wir halten Gott unsere leeren Hände hin – Gott möchte sie füllen. Wir machen uns bewusst: Was mir zukommt, das ist mir von Gott gegeben. Mit unseren geöffneten Händen nehmen wir aber auch die Dinge in die Hand, wir schaffen und gestalten. Und wir berühren mit unseren Händen Menschen oder verweigern unsere Hand vor ihnen.

Ich selbst nehme die Gebetshaltung der geöffneten Hände bei meinem Morgenritual ein. Ich halte Gott damit hin, was ich heute anpacken muss, ich halte ihm hin, wo ich Menschen die Hand reichen will. Ich bringe zum Ausdruck, dass ich in alledem leere Hände habe und auf Gottes Eingreifen angewiesen bin. Er muss meine Hände füllen und sein Geist sie kräftigen. Dankbar kann ich so den Tag beginnen und bereits für das bitten, was mich heute beschäftigen wird.

Probieren Sie doch einmal diese Haltung der geöffneten Hände aus. Stellen Sie sich aufrecht hin, mit beiden Beinen im Boden fest verwurzelt. Führen Sie dann die Hände nach vorne. Formen sie mit ihren Handflächen eine Schale und winkeln Sie die Arme an. In dieser Haltung können Sie einen Moment verharren. Vergegenwärtigen Sie sich Ihre Bedürftigkeit vor Gott. Öffnen Sie sich so für Gott und beginnen Sie Menschen und Herausforderungen, die ihnen heute begegnen werden, vor Gott hinzuhalten.

sgd