Hände erhoben

Die Hände zum Gebet zu erheben war in der jüdisch-christlichen Tradition die Gebetshaltung schlechthin. Wenn z.B. im Alten und Neuen Testament vom „Händeerheben“ gesprochen wird, dann ist das ein Synonym fürs Gebet oder wenn auf den Fresken der römischen Katakomben aus dem 2. und 3. Jh. Betende dargestellt werden, dann haben sie meist die Hände erhoben. Weil diese Geste derart verbreitet war nennt man sie auch heute noch „Orantehaltung“, zu Deutsch Gebetshaltung.

Hände erhoben

Hände erhoben

Die Orantehaltung nimmt man stehend ein. Es ist hilfreich zunächst einen festen Stand einzunehmen. Dann werden die Arme seitwärts nach oben geführt und auf Schulter- oder Kopfhöhe ausgebreitet. Die Hände bleiben dabei nach oben oder nach innen geöffnet. Wenn nicht die Armmuskulatur diese Haltung trägt, sondern sie v.a. aus dem Bauch gestützt wird, ist sie nicht unnatürlich und die Arme ermüden nicht so schnell.

Probieren Sie diese uralte Gebetshaltung einmal aus. Erheben und öffnen Sie Ihre Hände. Sie brauchen jetzt nicht viele Worte – ihr Körper verleiblicht Ihr Gebet. Sie bringen so innere Weite zum Ausdruck und öffnen sich selbst für das Wirken Gottes in Ihnen. Es ist eine erwartungsvolle, aber auch wartende Haltung, die Sie gerade einnehmen. Das passt zum Advent. Vielleicht denken Sie ja einen Moment darüber nach, in welchen Bereichen Ihres Lebens Sie Gottes Ankunft benötigen und wo Sie Gott den Raum weit machen wollen. Marias innere Haltung könnte jetzt ein Vorbild für Sie werden.

sgd