Entzünden Sie eine Kerze

Das Kerzenanzünden ist ein altes Ritual, das uns heute zur Stille und zur Besinnung führen kann. Folgende Gedanken wollen Sie einladen, dieses Ritual neu für sich zu entdecken.

Foto: Shutterstock

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Der erleuchteten Kerze wird von alters her eine symbolische Bedeutung beigemessen. Rituelles Kerzenanzünden findet man bereits mit der nordischen und germanischen Julkerze oder dem jüdischen Sabbatlicht. Besonders vital ist das Ritual aber in der christlichen Tradition. Dort erinnert beispielsweise die Osterkerze seit jeher an das Sterben Jesu, das Ende und Jesu Überwindung des Todes, der Hoffnung auf Leben. Die Adventskerzen symbolisieren für viele Christen die Hoffnung auf Gottes Nähe und Nahekommen selbst in dunklen Zeiten, wie es die winterlichen Monate sind. Aus dieser Hoffnung speist sich dann auch die Hoffnung im Lichteranzünden bei christlichen Trauerriten.

Wer heute eine Kerze anzündet, kann sich des Dunklen seines Lebens bewusst werden. Er muss es nicht leugnen. Dunkles, Scheitern und Zu-Ende-Gehen gehören zum menschlichen Erleben dazu. Besonders im Licht der Kerze wird das Dunkle als dunkel wahrnehmbar. Und im Licht der Kerze könnte es in einem Gebet vor Gott gebracht werden. Menschen, die heute eine Kerze anzünden, müssen dabei aber nicht stehen bleiben. Sie dürfen Hoffnung haben auf Gottes Nähe und sein Nahe-Kommen. Sie dürfen Gott um Hilfe bitten. Das Kerzenanzünden kann für Sie aber auch ein Ausdruck ihrer Dankbarkeit werden. Sie können Gelungenes, Schönes und Helles ihres Lebens aus Gottes Händen nehmen und ihm dafür danken.

Wie wäre es, wenn Sie sich heute einen Moment Zeit nähmen, um eine Kerze anzuzünden? Besonders die abendlichen Stunden würden sich dafür eignen. Suchen Sie sich doch einen ungestörten, dunklen Ort und halten Sie einen Moment in der Dunkelheit inne. Entzünden Sie dann Ihre Kerze. Überlegen Sie sich, was heute dunkel und was hell war. Vielleicht bringen Sie Ihre Gedanken auch in einem Gebet zum Ausdruck.

sgd