Schneiden Sie Barbarazweige

Einem alten Brauch zufolge, werden am 04. Dezember Zweige von Obstbäumen geschnitten und bis zum Weihnachtsfest zum Blühen gebracht. Die so genannten „Barbarazweige“  sind nicht nur ein wunderschöner Weihnachtsschmuck, sondern auch ein Ritual, das Ihnen helfen kann, die Adventszeit bewusster zu erleben.

Foto: Shutterstock

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Die heilige Barbara ist Namensgeberin für diesen Brauch, auch wenn er bereits in Verbindung mit der Sonnenwendfeier bezeugt ist. Barbara, der Legende nach, gegen den Willen ihres kleinasiatischen Vaters Christin geworden, musste wegen ihres Glaubens Gefängnis, Folter und Märtyrertod erleiden. Angeblich blieb sie auf dem Weg in ihren Kerker an einigen Zweigen hängen, die – von ihr mitgenommen – dort am Tag ihres Todesurteils für sie aufblühten.

Sie könnten sich in diesen Tagen einige Barbarazweige schneiden. Tun sie das ganz bewusst. Denken Sie daran, dass diese nackten Zweige die adventliche Hoffnung für Sie ausdrücken können: Das Neue, das Gott schenken will, ist zwar noch nicht sichtbar, es will aber zur Blüte kommen. Die Liebe Gottes ist stärker als die Kälte und sein Trost gilt auch in dunklen Zeiten. Es wird Frühling werden, mitten im Winter.

Damit die geschnittenen Obstzweige – vorzugsweise von Kirschbäumen – bis Heiligabend aufblühen, pflücken Sie die Barbarazweige sehr bald. Schneiden Sie sie am Zweigende lang ein und stellen Sie sie ins Wasser. Damit die Zweige keinen Schaden nehmen, können Sie diese auch zunächst in einen kühlen und danach erst in einen warmen Raum stellen, sowie durch mehrmals tägliches Besprühen vor dem Austrocknen schützen. Die Zimmerwärme versetzt die Zweige in einen „künstlichen Frühling“.

Wenn die erste Blüte aufbricht, könnten sie das alte Weihnachtslied „Es ist ein Ros’ entsprungen“ lesen oder singen:

Es ist ein Ros entsprungen
aus einer Wurzel zart,
wie uns die Alten sungen,
von Jesse kam die Art
und hat ein Blümlein bracht
mitten im kalten Winter,
wohl zu der halben Nacht.

Das Röslein, das ich meine,
davon Jesaia sagt,
hat uns gebracht alleine
Marie die reine Magd.
Aus Gottes ewgem Rat
hat sie ein Kind geboren
wohl zu der halben Nacht.

Das Blümelein so kleine,
das duftet uns so süß,
mit seinem hellen Scheine
vertreibt’s die Finsternis:
Wahr‘ Mensch und wahrer Gott,
hilft uns aus allem Leide,
rettet von Sünd und Tod.

sgd